Geschichte(n), die niemand braucht! (6)

 

Die sozialistischen Länder gründeten den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe um ihre Ressourcen besser zu koordinieren und so die jungen Volkswirtschaften schneller voranzubringen. Eine gewaltige Aufgabe, wenn man bedenkt, wie groß die Unterschiede zwischen den einzelnen Volkswirtschaften waren und es keinen Marshall-Plan für den Osten gab. Der RGW versuchte den Spagat der Neuverteilung von Standorten der Schlüsselindustrie nach zwei Hauptprinzipien: 1.Nutzung des Potentials traditioneller Standorte und 2. Entwicklung wirtschaftlich schwacher Regionen. Den unvermeidbaren Streit der einzelnen Volkswirtschaften setzte sicherlich das Diktat der Sowjetunion ein Ende. So war es beschlossene Sache, den Segelflugzeugbau künftig in polnische Hände zu legen. Zähneknirschen stoppte die DDR die Produktion und übergab das Know How an ihre polnischen Freunde.

SZD-24-4A Foka 4 in Groschwitz bei Rudolstadt
SZD-32 Foka 5 in Suhl-Goldlauter
SZD-30 Pirat in Suhl-Goldlauter
SZD-9 Bocian in Suhl-Goldlauter
SZD-36 Cobra 15

Dafür gab es für den Flugsport der DDR neue Segelflugzeuge, welche allmählich die Eigenkonstruktionen ablösen sollten.
Vor den Eigenkonstruktionen aus Gotha und Lommatzsch wurden von 1953 bis 1965 38 Doppelsitzer vom Typ LF-109 Pionýr des ts tschechischen Herstellers LET zur Ausbildung genutzt.

Pionýr in Südthüringen

In den Anfangsjahren nach dem Zweiten Weltkrieg fand der Segelflug in Südthüringen im wesentlichen am Dolmar statt. Dieser freistehende Berg besaß ideal abfallende Hänge nach Süd-West und fliegerische Traditionen, die zeitlich bis zu den Anfängen des Segelflugsports auf der Wasserkuppe zurückreichten. Die Flieger besaßen eine Halle und ein Haus am Berg und starteten mit dem Gummiseil.

Das alte Scharlottenhaus auf dem Dolmar und Segelfliegerromantik

Gummiseilstartsequenz am Dolmar bei Meiningen
Baby wird aufgerüstet
Startvorbereitung

Mit den neuen, schwereren Schuldoppelsitzern kamen die Schleppwinde und ein Motorflugzeug hinzu. Ein Fugfeld in der Nähe von Kühndorf wurde eingeweiht und als alles so richtig gut lief, interessierte sich plötzlich die sowjetische Besatzungsmacht für dieses herrliche Fleckchen Erde und baute es zum Schießplatz um. Die Flugsportler zogen ab und hatten keinen Flugplatz mehr. Unsere sowjetischen Freunde zerballerten Halle und Haus, es gab kein Zurück mehr. Auf der Suche nach einer neuen Heimat, entschied man sich für eine Wiese in der Nähe des kleinen Ortes Heidersbach und begann mit dem Ausbau. Berichte davon waren regelmäßig in der Zeitung zu lesen, auch der Hinweis auf die Schmalkalder Fluggruppe.

Schulgleiter SG-38 in Suhl-Goldlauter

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