Geschichte(n), die niemand braucht! (4)

 

In Suhl/Goldlauter habe ich Segelfliegen gelernt. Viele Jahre war Suhl meine Zuflucht aus der real existierenden sozialistischen Gesellschaft in die Freiheit über den Wolken. Fritz Fliegauf (dieser Name klingt zwar wie frei erfunden, ist aber echt) war einer der Menschen, die immer zu mir gestanden haben. Am 19.08.1985 hat er mich angewiesen, endlich das große Flugbuch (A5) zu ersetzen. Das neue war wieder hosentaschengerecht in A6 und hatte eine Nomenklaturspalte pro Jahr.

Wie man sieht, war bis 1987 die Welt in Ordnung. Die Verfahrensweise meiner Kaderzulassung bestand darin, dass ich als Militärflieger meinen Kommandeur schriftlich gebeten habe, an der fliegerischen Ausbildung der GST als Ausbilder teilzunehmen zu dürfen. Die positive Antwort des Kommandeurs bestand in den unterschriebenen und abgestempelten Zustimmungen A und B. Die B habe ich bei der „Kadermietze“ abgegeben, die A in meinen S1 gelegt.

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1986 wechselte ich von Suhl nach Bautzen/Klix

Wie man sieht, war bis 1987 die Welt in Ordnung. Die Verfahrensweise meiner Kaderzulassung bestand darin, dass ich als Militärflieger meinen Kommandeur schriftlich gebeten habe, an der fliegerischen Ausbildung der GST als Ausbilder teilzunehmen. Die positive Antwort des Kommandeurs bestand in den unterschriebenen und abgestempelten Zustimmungen A und B. Die B habe ich bei der Kadermietze abgegeben, die A in meinen S1 gelegt. Um in dem jeweiligen Ausbildungsjahr auch ausbilden zu dürfen, standen jährlich die theoretische und die praktische Jahresüberprüfung auf dem Plan. Diese beiden jährlichen Prüfungen hatte jeder Pilot in der Republik zu absolvieren vor seinem ersten selbständigen Flug zu absolvieren. Gängelei oder Erhaltung des Trainingszustandes? Wir haben das Beste draus gemacht. Fliegerisch war der Schuldoppelsitzer in „anormale“ Fluglagen (Trudeln, Spiralsturz; Abkippen, Abrutschen, Landung aus ungewohnter Position) zu bringen und das Ausleiten zu trainieren. Überprüft wurde ma von erfahrenen Lehrern. Die Erfahrungspiramide baute sich jedes Jahr von Oben nach Unten auf: Leiter fliegerische Ausbildung des Bezirkes überprüft die Flugplatzleiter, die ihre Fluglehrer und dann immer so weiter bis zum letzten Flugschüler. Ein aufwendiges Verfahren, dass jedoch alle Piloten erfasste und so einen gewissen Sicherheitsstandard hinsichtlich des Trainingszustandes sicherte. Alle mussten die Nomenklaturspalte des jeweiligen Jahres im Flugbuch vollständig ausgefüllt haben, ansonsten kein Flugsport!

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Zustimmung A von Oberstleutnant Schammer, Kommandeur der Transportfliegerstaffel 24 in Dresden-Klotsche

1987 war mein letztes Jahr in der GST. Meine Einstellung zur NVA, einer Armee, in die ich seit meinem 14. Lebensjahr gedrängt wurde, konnte und wollte ich nicht mehr in meinem Innersten verstecken. Konsequenzen mussten gezogen werden, die alle eine große Konsequenz nach sich ziehen würden: nie wieder fliegen solange es diesen Staat gab. Gleichzeitig durfte ich nie wieder einen Flugplatz betreten und sämtlichen Fliegerfreunden (und ich hatte eigentlich nur solche) sollten den Umgang mit mir meiden. Wäre die Wende 1989 und die Wiedervereinigung 1990 nicht gekommen… wer weiß…

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1987 war mein letztes Jahr vor meiner Entlassung aus dem aktiven Wehrdienst. Fliegen durfte ich erst wieder 1990.

Im Sommer 1987 stellte ich den Antrag auf Entlassung aus dem aktiven Wehrdienst. Das kam in der Skala dessen, was man der herrschenden Klasse antun konnte, gleich nach dem Ausreiseantrag. Ich wurde aus der SED ausgeschlossen und tat ein weiteres ganzes langes Jahr Dienst am Flughafen Dresden. Erträglich war das schon, denn ich war Flugleiter für die Flugzeugwerft Dresden. Die konnte außer ein paar Hubschraubern niemand anfliegen, da die Start- und Landebahn des Flughafens neu gebaut wurde.
Waldlauf, Sauna und Nachdenken über das danach waren meine Dienstbeschäftigungen.

So, und nun möchte ich meine Leser nicht mehr mit Dokumenten langweilen, sondern wirkliche Geschichten erzählen.
Geschichten, für die man mich noch vor ein paar Jahren hinter schwedische Gardinen verwart hätte…

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Der Autor 1978 in einer ZLIN 42 M

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Ein Gedanke zu „Geschichte(n), die niemand braucht! (4)“

  1. Noch mal ein ganz dickes Lob für Deine Berichte, die hoffentlich sehr viele lesen, für die bestimmte Dinge heute selbstverständlich sind, aber in der Vergangenheit ganz anders ausgesehen haben.
    Thomas –> such Dir einen Verleger und bring ein Buch raus!!!
    Weiter so, ich bin schon gespannt!

    VG Heinza

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