Fläche oder Rotor?

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Ich bin Segelflieger aus Leidenschaft. Die langen Flügel meines Seglers greifen tief in den Raum, sind meine verlängerten Arme, die ich in das Luftmeer strecke um die Thermik zu fühlen – die Power, die uns die Natur schenkt. Ich spüre das technische Gerät zwischen mir und der Luft gar nicht mehr, werde eins mit der Natur – ich bin es der da fliegt. Segelfliegen ist ein Kopfspiel.
Zurück auf dem Boden holt mich der technische Aspekt des Fliegens ein: Mein Zeug zum Fliegen möchte gestreichelt werden. Der superschlanke und doch bequeme Rumpf, der mich vor dem Wetter schützt und messerscharfe Tragflächen, die machen, dass es fliegt: superschnell aber auch schön langsam. Es gibt nichts schöneres als die weißen Schwingen in Aktion. Nach 3000 Stunden kenne ich nicht nur jeden Quadratzentimeter von außen, ich hatte auch schon jede Schubstange, jeden Umlenkhebel, Seile, Gasfedern.. in der Hand. Wieviel Liebe im Detail steckt, sieht man oft erst auf den zweiten Blick. Das Segelflugzeug ist kein lebloser technischer Gegenstand, es hat eine Seele. Sie spricht uns Mut zu, wenn wir uns verloren glauben und jubelt mit uns, wenn wir übermütig am Himmel dahinjagen. Emotionen des stillen Gleitens. Wenn es die Schöpfung gibt, ist Segelflug eines der tollsten Geschenke.

Doch irgendwann erfand der Mensch den Lautstärkeregler und verbaute ihn in Flugmaschinen. Zum Glück ist das schon ein paar Tage her und dank des rasanten technischen Fortschritts leben wir glücklicherweise in einer Zeit, in der ziviele, lautstärkegeregelte Flugmaschinen zuverlässig und weniger geräuschvoll sind. Tolle Ideen erlangen die Serienreife und stehen uns zur Verfügung, wenn wir offen für Neues sind.

Update 18.02.2017: Klares persönliches NEIN zum Tragschrauberfliegen!

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